Der Ring des Falken

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Sanja Arrastin gibt sich die Ehre


(Anm.: Eule= Falke )

Wichtigste Werte

Ich bin Sanja. Sanja Arrastin, wenn Euch Nachnamen wichtig sind. Ich trage noch nicht lange diesen Namen. Seid Ihr vertrauenswürdig? Nun... Ich hoffe es doch für Euch. Mein wahrer Nachname lautet Adersin. Er musste weichen, als ich mich von meiner Sippe entfernte.
Ich sehe die Frage in Euren Augen lauern. Fragt nur! Fragt, warum sich eine Norbardin von ihrem sicheren Familienverband entfernt! Doch nicht jetzt. Ich sollte mit meiner Geschichte in der Zeit beginnen, in der mein Leben noch nicht gezeichnet war und ich mich innerhalb und in der Nähe der Sippe Adersin noch frei bewegen konnte.

Ich war von meiner Geburt an immer auf der Reise. Meine Mutter Julenka gebahr mich vor etwas mehr als 20 Sommern auf einer Kaleschka, umgeben von engen Verwandten. Jedes Kind wird so direkt in das Leben und den Kreis der Sippe aufgenommen. Das Glück war mir hold, denn die Adersin zeichnen sich durch festen Zusammenhalt und vor allem durch Toleranz aus, wodurch die Hierarchie innerhalb der Sippe für die zwischenmenschlichen Beziehungen kaum eine Rolle spielte. Oft besuchte ich in jungen Jahren unsere Muhme. Jeder mochte sie, doch dies war nicht der einzige Grund, weshalb ich mich zu ihrer Kaleschka hingezogen fühlte. Jeden Abend, nachdem die Wagenburgen aufgebaut und das große Feuer entzündet worden war, wurden die Pferde ausgespannt und in einen eingezäunten Bereich hinter der Kaleschka der Muhme gebracht. Nicht nur die Pferde waren dort. Auch das Hunderudel und der Falke meiner Tante Talja fühlten sich dort wohl.
Ich wurde schon immer mehr von den Tieren angezogen, als von den lärmenden Festen, die meine Sippe sehr oft zu feiern pflegte. Schon als ich vier Sommer zählte, kannte ich das Wesen jedes unserer Tiere genau und konnte ihre Reaktionen gut einschätzen. Unserer Muhme blieb dieser Umstand natürlich nicht verborgen und so war schnell klar, dass meine Funktion innerhalb der Sippe nicht allein im Handel lag. Meine Aufgabe sollte es werden, die potenziellen Käufer unserer Waren heranzulocken, sie zu unterhalten und zum Bleiben und somit zum Kaufen zu bewegen. Über kleine Darbietungen lässt sich leicht ein Gespräch beginnen und wenn dies einmal geschafft ist, können die talentiertesten der Händler immer einen Profit aus solchen Unterhaltungen schlagen. Eine Strategie, die im Laufe meiner recht kurzen Zeit in dieser Funktion sehr oft aufging.
Im 15. Sommer meines Lebens überreichte mir Talja schließlich während eines rauschenden Festes meinen Blaufalken Rigana, bei deren Ausbildung ich im vorangegangenen Jahr tatkräftig geholfen hatte. Oh wie glücklich war ich, als Rigana auf meinem Arm saß, bereit, lange Zeit mit mir zu arbeiten.
"Sie gehört nun dir. Sorge gut für sie, behüte sie, bilde sie und dich selbst immer fort und sie wird dir lange treu bleiben. Erfülle deine Aufgabe bei uns mit ihr immer gut, mein Kind.", legte die Muhme mir in diesem Moment nahe und ich hatte wahrlich vor, diesen Worten gerecht zu werden.
Damit war ich nun vollkommen Teil der Adersin, während meine Brüder sich aufmachten um sich eine andere Sippe zu suchen, wie es Tradition ist.
Viele Male begeisterte ich fortan das Publikum mit meinen Vorführungen in jedem Ort in dem wir unser Lager aufschlugen. Von der Gjalska bis zum Ehernen Schwert verhalf ich so zu profitablen Handelsabschlüssen.
In dieser Zeit kamen und gingen viele Männer, die in unserer Sippengemeinschaft nach Frauen suchten, um eine Sippe zu finden, bei der sie verweilen konnten. So auch Jergan. Er jedoch ging nicht wieder fort. Wir lernten ihn als aufgeschlossenen, stets zuvorkommenden und sympathischen Mann kennen und so war es nicht verwunderlich, dass er sich einige Frauen erwählte und sich unserer Sippe anschloss. Auch ich gehörte zu seinen Auserwählten. Ich zählte junge 17 Sommer.

Was schaut Ihr so drein? Seid Ihr etwa ein Anhänger der prüden Travia? Wir Norbarden pflegen die polygame Sippenehe. Bei Rahja, daran ist nichts Verwerfliches, also haltet Eure skeptischen Blicke unter Kontrolle. Lasst mich fortfahren, oder geht von dannen...
Nun? Ihr wollt bleiben? So sei es dann...

Jergans wahres Gemüt offenbarte sich uns schon bald, nachdem er sich uns anschloss. Er war kurz gesagt ein herrschsüchtiges Monster. Jähzornig und unglaublich ungehalten. Nur seine Frauen bekamen diese Seite an ihm zu spüren. Nach außen hin pflegte er den Eindruck eines verständnisvollen Mannes, der seine Frauen gut behandelte. Er erfreute sich großer Beliebtheit und hielt uns dabei streng an der Kandarre. Handgreiflichkeiten waren nicht selten, vor allem mir gegenüber lebte er dies ungezügelt aus, denn ich war unglücklicherweise eben jene, die sich nicht vollkommen von ihm brechen ließ. Meine Eigenwilligkeiten ihm gegenüber brachten mir oft Schläge ein. Doch ich schwieg jahrelang. Verletzungen wurden auf Aufmüpfigkeiten Riganas geschoben.

Es unserer Muhme mitteilen? Was glaubt Ihr denn? Ich war dafür bekannt, Tiere mehr zu lieben als Menschen und dass ich mit der ehelichen Bindung nicht sonderlich viel anfangen konnte, womit ich eine deutliche Ausnahme darstellte. Ich war davon überzeugt, dass sie mir nicht glauben würde, dass sie annehmen würde, ich wollte mich nur meiner ehelichen Pflichten entledigen. Auch die anderen Frauen schienen lieber den Mund zu halten, als sich vorwerfen zu lassen, den Frieden der Sippe zu stören. Vielleicht hatten sie auch Angst vor Jergan, mir bleibt dieses Wissen bis heute verschlossen.
Nach vier Jahren verging kein Tag, an dem ich nicht innerlich zu kochen begann, wenn ich ihn auch nur sah. Wut staute sich in mir auf und so zog eines das andere nach sich...

Es war ein schöner Morgen, ich erinnere mich noch genau daran. Ein Lächeln lag auf meinen Lippen und ich betrachtete das noch schlafende Lager, wie es dort friedlich im rötlichen Schein der aufgehenden Sonne lag. Das Feuer war schon erloschen, doch die Nacht war lang gewesen. Die Glut glomm noch immer unter der Asche. Ich trug einen leichten Rucksack und einen Bogen über der Schulter. Rigana hockte noch ein wenig verschlafen auf meinem Arm und ich verabschiedete mich im Stillen von meiner Sippe. Meine Schritte fort vom Lager in einen nahen Wald waren so leicht wie seit Jahren nicht mehr. Ich wusste, dass ich keine einzige der Kaleschken jemals wiedersehen würde. Erst weit entfernt von den Wagenburgen wusch ich in einem kleinen Bachlauf das Blut von meinem Langdolch...

Ich hörte von einigen Wanderern von einem Aufruhr im Lager. Sie erzählten von weinenden Frauen und einigen wütenden Männern. Ein Mord sei geschehen. Ich lächelte in mich hinein und ließ die Wanderer in dem Glauben, ich sei eine Jägerin, die sich um das leibliche Wohl der Sippenmitglieder kümmert.
Natürlich hatten sie sich auf die Suche nach mir gemacht, doch Phex war mir gewogen. Ich entkam ihnen und machte mich unentdeckt auf in Richtung Süden. Bis ich den 23. Sommer erreicht hatte, bevorzugte ich das Leben in den Wäldern.
Ich machte Rigana und mich etwas mit der Jagd vertraut und so konnten wir uns sehr gut versorgen.
Unter den Frauen der Norbardensippen ist es üblich, das Haar offen, mit einem breiten ausrasierten Scheitel zu tragen. Dies ist ein Hauptmerkmal unserer Kultur. Ich führte es natürlich nicht fort, denn ich musste mich von meinen Ursprüngen distanzieren, da die Adersin natürlich noch immer auf der Suche nach mir waren. Wanderer sind ein recht geschwätziges Völkchen und ich lief Gefahr, dass einer von ihnen vielleicht einmal eine einsame Norbardin erwähnte, die in den Wäldern vor den Salamandersteinen umherstreifte. Ich nahm mir also dieses auffällige Erkennungsmerkmal und erlaubte meinem Haar zu wachsen.
Schließlich beschloss ich, meinen Weg nach Süden fortzusetzen. Fort vom Gebiet der Adersin. Ich gab mir einen neuen Namen und bewanderte einige Dörfer und kleine Städte, in denen ich meine Heller durch Vorführungen mit Rigana verdiente. Bis ich in einem kleinen Dorf auf einen Zwerg stieß, der dazu beitragen sollte, dass sich mein bisheriges naturverbundenes Leben wandelte...



Norbarden = Fahrende Händler
Kaleschka = Planwagen
Muhme = Anführerin einer Norbardensippe
Gjalska - Ehernes Schwert = Nordaventurien
Travia = Göttin der Zwölfen (Familie, Treue, Ehe)
Rahja = Göttin der Zwölfen (Liebe, Fortpflanzung, Leidenschaft)
Phex = Gott der Zwölfen (Schatten und Schläue)
Salamandersteine = Gebirge am Südwestrand des Handelsgebietes der Adersin